Fototour nach Zingst

Drei Freunde und ich machten uns im November 2025 auf den Weg an die Ostsee, genauer gesagt: Nach Zingst! Genau der Ort, den ich die letzten fünf Jahre wegen des Horizonte-Foto-Festivals besucht hatte. Wir hatten uns unter anderem den Darßer Wald als Ziel ausgesucht. Den kann man im Juni im Grunde nicht betreten. Wenn man es doch wagt, kommt man mit unzähligen Mückenstiche wieder nach Hause! Habe ich am eigenen Leib erleben müssen! Unser Ziel war auch Strahlsund sowie die Süntelbuchen auf Rügen.
Zingst – ein Touristenort auf der Halbinsel zwischen Bodden und offener Ostsee. Wo Meer und Himmel sich treffen! Oder wie man auch auf einem Holzbrett am Strand lesen kann: Halb Insel, halb Paradies. Hört sich gut an…..und ist es auch!
Wir bezogen unser Domizil „Haus Strandlust“ im Darßer Weg. Was ohne wenn und aber absolut zu empfehlen ist. Aber das nur am Rande.
„Du fährst schon wieder nach Zingst? Da hast du doch schon alles Fotografiert!“ So oder ähnlich hörte sich das in meinem Umfeld an, als ich von dieser Tour erzählte. Mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied, dass das eine Fototour mit Gleichgesinnten ist! Ich unterscheide da sehr wohl, ob ich mit Frau oder Fotofreunden unterwegs bin.
Es gibt immer was zu fotografieren. Auch wenn man den Ort schon mehrfach besucht hat. Besonders am Strand. Die alten Buhnen haben es mir angetan. Doch dieses mal ging ich leer aus. Tage zuvor war heftiger Wind angesagt. Der begrub die Buhnen unter Sand! Dafür habe ich meine neuen ND Magnetfilter ausprobiert. Feine Sache. Das Wechseln geht ruckzuck.
Die Süntelbuchen – Märchenhafte Baumgestalten
Im Waldpark Semper in Lietzow gibt es eine außergewöhnliche dendrologische (Die Lehre von Bäumen und Holzgewächsen) Rarität: die so genannte Süntelbuche – im Volksmund auch Krüppelbuche genannt. Die zehn Krüppelbuchen im Park sind eine sehr seltene Mutation der Rotbuche und wurden im Jahr 1920 gepflanzt. Die Süntelbuchen können ein Alter von 225 Jahren erreichen und sind als Naturdenkmal geschützt und ein sehr beliebtes Ausflusflugsziel. Bei entsprechendem Wetter und Nebel kann dieser Waldbereich sehr gruselig sein: tanzend-hässliche Baumgestalten erinnern an die schrecklich alten Weiber, die dem Teufel huldigen. (Erzählt die Geschichte)
Bäume, die aussehen, als kämen sie aus einer anderen Welt. Ihre Äste wachsen nicht nach oben, sondern schlängeln sich in alle Richtungen, krümmen sich zum Boden, bilden Bögen und Windungen. Die knorrigen Stämme wirkten wie alte Wesen, die schon hunderte Jahre hier stehen.
Wir haben keinen Nebel gehabt und leider auch kein Laub mehr. Ein Wunschgedanke, der leider nicht in Erfüllung ging!
Wir verbrachten Stunden damit, um diese Bäume herumzulaufen, immer neue Blickwinkel zu suchen. Jeder Baum war anders, jeder hatte seine eigene Geschichte zu erzählen.
Meiningenbrücke – Verbindung auf Fischland-Darß-Zingst
Autofahrer die auf die Halbinsel Zingst wollen, fahren über eine Pontonbrücke über den Zingster Strom. 2012 wurden die Baumaßnahmen der Behelfsbrücke über dem Strom fertig gestellt. Seitdem rollt der Verkehr zweispurig und einspurig für Fußgänger und Radfahrer, über eine mehr als 200 Meter lange Brücke.
Dort machten wir einen Stopp. Liefen über die Brücke und fotografierten bei richtig schlechten Lichtverhältnissen. Selbst Wolken waren als solche nicht zu erkennen. Eine einzige graue Masse am Himmel!
Trotzdem machte ich dort ein High Light dieser Tour. Das liegt wie immer im Auge des Betrachters. Und es kommt darauf an, was man aus einer Datei macht! Auch wenn es nur ein spannendes Pano-Format ist! Bild 14 und 15.
Ich hatte eine neue Kamera dabei, die ich auch ausgiebig auf dieser Fototour testen konnte. Wenn auch viele Kritiker meinten, man hätte dieser Kamera ein lichtstärkeres Objektiv verpassen können, oder einen IBIS. Stimmt, hätte man machen können. Aber diese Argumente waren für mich keine Deal Breaker! Hohe ISO Zahlen machen mir schon lange keine Angst mehr! Wenn man sich Bild 25 anschaut, sieht man diesem die 4000 ISO sicherlich nicht an!
Was bei dieser Kamera jetzt auch einfacher geht, ist das Wählen des Bildformates. Da es einen Drehknopf am Gehäuse gibt, muss man nicht mehr ins Menue gehen. Ich ein Fan von Panorama Formaten, deshalb gibt es hier natürlich auch mein bevorzugtes 24×65 Format zu sehen.
Darßer Wald – Wilde Natur am Meer
Wir hatten uns in Zingst E-Bikes gemietet. Auf besten Fahrradwegen ging es über Prerow in den Darßer Wald. Man darf in diesen Wald tatsächlich nur mit Fahrrad oder zu Fuß. Es gibt noch eine Touristenbahn. Wenn man diese nutzen will, sollte man sich unbedingt vorher informieren, wo und wann diese Bahn hält. Dieser Wald ist etwas Besonderes: uralt, verwunschen, wild. Abgestorbene Bäume bleiben liegen, Moos überwuchert alles! Nur die Wege werden geräumt. Dort, wo der Wald ans Meer grenzt, hatte der Sturm seine Spuren hinterlassen: umgestürzte Bäume, freigelegte Wurzeln, Sand und Holz in wildem Durcheinander. Das war mein liebster Teil der Reise. Hier fühlte sich alles rau und echt an. Das wirre Geäst, die stillen Tümpel im Wald. Wir fotografierten umgestürzte Bäume, Wurzeln und die windschiefen Bäume am Strand. Aber Achtung! Wer mit dem Fahrrad zum Weststrand fährt, sollte unbedingt auf die Beschaffenheit des Weges schauen! Tiefer Sand ist sehr gefährlich….
Bei absoluten Shitwetter ging es noch mal nach Strahlsund ins Ozeaneum.
Abtauchen ganz ohne nass zu werden – das ist im OZEANEUM Stralsund möglich. Wissenschaftliche Ausstellungen wurden hier mit atemberaubenden Aquarien kombiniert. Besonders beeindruckend ist die weltweit größte Ausstellung über Wale mit Nachbildungen der Meeresgiganten in ihrer Originalgröße, z. B. eines 26 m langen Blauwals. Eine Multimediashow vermittelt Besonderheiten und Informationen über die Gefährdung der Wale. Es gibt tatsächlich sehr viel zu sehen und zu lesen!
Vom deutschen Schriftsteller Reiner Kunze ist der Satz:“…und am Ende ganz am Ende wird das Meer in Erinnerung blau sein….“ an einer Wand verewigt!
Viel Spass beim Bilder anschauen!

































Kommentare
Wolfgang Renz schrieb am 6. Januar 2026
Hi Peter,
„Aber Achtung! Wer mit dem Fahrrad zum Weststrand fährt, sollte unbedingt auf die Beschaffenheit des Weges schauen! Tiefer Sand ist sehr gefährlich….“
Hier fehlt auf jeden Fall das „Lach-Ikon „
War auf jeden Fall eine Super-Reise!! Und Deine ausführliche, jeweils separate Beschreibung trifft genau-klasse ausgeführt.
VG Wolfgang
Robert Müller schrieb am 7. Januar 2026
Hallo Peter
Erst mal vielen Dank für deinen „Newsletter“. Auch wenn ich ab und an reinspieke, so würde es mich ärgern, die neuen Fotos erst mit Verspätung zu entdecken.
Dein „Reisebericht“ und Entstehunggeschichte zu den Bilder ist auch immer lesenswert!
Auch wenn ich zu denen gehöre, die Zingst nicht besonders reizt, würde ich nicht ausschließen, daß sich meine Meinung vor Ort schnell ändern könnte.
Beeindruckned für mich , deine Detailaufnahmen. Motivierend diese auch im Sinsheimer Wald umzusetzen. Denn deine Bilder 5-10 könnten ohne weiteres an einer Stelle hier bei uns entstanden sein. Ich probier`s mal aus:-)
Gruß
Robert
P.S. Freu mich schon auf die nächste Ankündigung! Auf ein gutes neues Jahr!
Helmuth Besch schrieb am 7. Januar 2026
Hey Peter,
Glückwunsch. Klasse Fotos, die mir insgesamt sehr gut gefallen! Das würde ich liebend gerne
auch noch pers. nachvollziehen können! Würde aber mit Rollstuhl etwas kompliziert werden!
Danke und Gruß + ein gutes 2026
Helmuth