13. April 2026

Vier Mal in Folge ganz vorne beim Fotobuch Contest

Ein Blick auf einen außergewöhnlichen Wettbewerbserfolg

Beim Fotobuch Contest von Photocampus.eu – dem früheren Fine Art Printer Magazin – hat sich in diesem Jahr erneut eine bemerkenswerte Geschichte geschrieben. Zum vierten Mal hintereinander gewinne ich mit zwei anderen Teilnehmern den Wettbewerb und setze damit einen Erfolg fort, der in der Geschichte dieses Contests (wahrscheinlich) einmalig ist. Was in anderen Bereichen als Ausnahme gelten würde, ist hier inzwischen ein Zeichen: Hier fotografiert, gestaltet und druckt jemand auf einem Niveau, das sich Jahr für Jahr bestätigt.

Photocampus.eu versucht sich als Nachfolger des Fine Art Printer Magazins – mit demselben Moderator, Redakteur bzw. Mitarbeiter. Beide sind absolute Fachleute, was Drucken und Bildbearbeitung betrifft!

Der jährliche Fotobuch Contest gehört für mich zu den Höhepunkten des Jahres – ein Wettbewerb, bei dem es nicht um schnelle Schnappschüsse geht, sondern um das Fotobuch als eigenständiges Kunstwerk. Wer hier gewinnen will, braucht mehr als nur einige gute Bilder. Was der Unterschied zu einem Bildervortrag ist: Man kann keine Lückenfüller „verstecken“! Hat man von einem Thema genügend Bilder, die es sich lohnt zu zeigen, kann man das Projekt Buch angehen.

Mein diesjähriges Thema lautete Annotopia – ein Ort voller Fantasien! Ein Thema, das viel Spielraum lässt und gleichzeitig Entscheidungen verlangt. Es ist keine Veranstaltung, wo man einfach drauflos fotografiert – man könnte sich sonst verzetteln. Das Angebot an Motiven ist riesig. Ich habe mir ein Thema von Annotopia ausgesucht: Endzeitstimmung! Gut, dass in den letzten drei Jahren die Wasteland Warriors und die Rusty Bastadz vor Ort waren. Mit Chrissi von den Bastadz hatte ich an den zwei Tagen in Bad Mergentheim guten Kontakt. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum die Ausbeute an guten, brauchbaren Aufnahmen so groß war.

Man muss mit den Menschen reden – dann funktioniert das auch. In der gesamten Serie ist kein einziges Bild dabei, bei dem der Fotografierte mir nicht in die Linse geschaut hat. Es sei denn, ich habe ihn darum gebeten. Und da fällt mir nur die Lady mit dem Motorrad ein!

Dreimal habe ich das Festival bisher besucht und hatte immer sehr guten Kontakt mit den Mitgliedern der Gruppen.

Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung solcher Themen: Sie laden ein und verlangen gleichzeitig Entscheidungen. Was gehört dazu? Was bleibt draußen? Wie viel zeigt man, wie viel lässt man offen? Ich möchte keine Erklärungen zu den gemachten Aufnahmen liefern müssen. Die Bilder sollen für sich sprechen.

„Die Bildauswahl, der Aufbau und die Stimmigkeit von Anfang bis Ende – das alles auf einem Niveau!“

Das Urteil der Jury würde mich interessieren. War die Bildauswahl der Ausschlag, das Layout, die doch etwas gewagte Bildbearbeitung zum Thema? Oder alles zusammen? Das komplette Paket?

Ja, die Ausarbeitung der Bilder ist dem Thema geschuldet. Wie ich schon sagte: Endzeitstimmung, wie man sie bei Mad Max sieht, oder ähnlich! Für einen Wettbewerb schon gewagt. Aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht! Eventuell bekomme ich noch die Antwort.

Der Druck: auf höchstem Niveau

Ein gutes Fotobuch steht und fällt mit seinem Druck. Normalerweise verlieren auch die stärksten Bilder ihre Kraft, wenn Farben kippen, Tiefen absaufen oder die Wiedergabe flau wirkt. Genau das aber wollte ich beim Thema Endzeit erreichen! Kein blauer Himmel, kein normal grünes Gras, keine normalen Farben – alles sollte irgendwie anders sein. Was auch eine Herausforderung für den Druck werden sollte. So dachte ich mir das. Aber nein, die Druckqualität ist hervorragend. Wie schon beim Gewinn des letzten Buches kann ich sagen: Foto Lamprechter macht das auf allerhöchstem Niveau!

Ich wage mich jetzt mal etwas vor und behaupte, dass die Farbverschiebungen den Bildern nichts anhaben können!

Was dieser erneute Gewinn für mich bedeutet

Einen Fotobuch Contest einmal zu gewinnen ist eine schöne Bestätigung. Zweimal hintereinander zu gewinnen ist bemerkenswert. Viermal in Folge – das ist eine Aussage. Es zeigt, dass hinter dem Erfolg kein Glück steckt, sondern ein klares Verständnis davon, was ein Fotobuch leisten kann und wie man es dahin bringt.

Photocampus.eu hat mit diesem Wettbewerb einmal mehr gezeigt, dass das Fotobuch als eigenständige Form der Fotografie ernst genommen wird. Nicht als Nebenprodukt, sondern als Werk für sich. Wer mitmacht, stellt sich einer Aufgabe, die weit über das Knipsen mit einer Kamera hinausgeht.

Ein Buch zu gestalten macht für mich nur Sinn, wenn man genügend gute Aufnahmen von einem Thema hat. Nach dem ersten Besuch des Annotopia-Festivals hatte ich noch nicht über diese Möglichkeit nachgedacht. Nach dem dritten stand für mich fest, dass ich das mache. Einmal mehr habe ich mit mir gekämpft, ob es nicht wieder Schwarz-Weiß werden würde. Ich bin gerade auf diesem Trip in diese Richtung. Ein Wagnis, das ich eingegangen bin – und habe mal, für mich, etwas ganz Anderes, Neues gewagt.

Farbe auch deshalb, weil das Projekt vom letzten Jahr einfach unwiderstehlich in der Ausführung ist!

Man muss sich tatsächlich überlegen, ob man seine Aufnahmen, die man bei einer großen Fototour gemacht hat, nur auf der Festplatte belässt! Ein Fotobuch in bestmöglicher Druckqualität sollte doch der krönende Abschluss einer solchen Reise sein.

Ich bin mir sicher, dass es nicht jedem gefällt was man hier zu sehen bekommt. Wie man jetzt aber sieht, hat sich das Risiko gelohnt!

Wer im Archiv nachschaut, kann den Unterschied sehen: normale Farben gegen Endzeitstimmung.

Das Annotopia-Festival 2026 findet vom 1. bis 3. Mai in Bad Mergentheim statt.

Noch ein kurzes Plädoyer fürs Drucken – ich weiß, ich wiederhole mich zum x-ten Male!

Das Bild zu Ende denken

Moab

Das geht nur über den Druck!

Drucke deine Bilder. Sonst sind sie nur Einsen und Nullen.

Karin Rehn-Kaufmann

Auch wenn es „nur“ ein Buch ist.

  • Wer selbst druckt, behält die Kontrolle über sein Bild. Kein automatisierter Workflow eines Labors entscheidet, wie viel Licht und Schatten dein Bild verträgt – das bleibt beim Fotografen. Kein Labor der Welt kennt deine Absicht.
  • Der eigene Drucker ist kein Ersatz, sondern das Original.
  • Das Papier ist Teil des Bildes.
  • Barytpapier schluckt das Licht anders als Glanzpapier. Aquarellpapier gibt Rauheit zurück. Wer selbst druckt, wählt nicht nur Farbe – er wählt Oberfläche, Gewicht, Haptik. Sie verändern, wie ein Bild wahrgenommen wird, und diese Entscheidung gehört zum künstlerischen Ausdruck dazu.
  • Das eigene Scheitern schärft das Auge schneller als jeder Workshop. Der Druck offenbart jeden Fehler.
  • Zwischen Auslöser und fertigem Druck liegt eine Idee. Du beschäftigst dich mit dem Bild. Du entscheidest noch einmal. Das Drucken zwingt zur Auswahl – und Auswahl ist das halbe Handwerk der Fotografie.
  • Es ist dein Bild. Dann sollte es auch deine Tinte sein.

Das letzte Argument ist das einfachste und vielleicht das stärkste: Wenn das Bild von dir stammt, sollte auch der Druck von dir kommen.

Viel Spaß beim Anschauen der Bilder!

Kommentare

Werner Hilscher schrieb am 14. April 2026

Besser geht nicht – in der Tat, lieber Peter !!!
Wahnsinn – was für ein Erfolg ! Deine Bilder erzählen Geschichten, die zum wiederholten Male die höchste Anerkennung gefunden haben. Das freut mich sehr !
Du bist momentan nicht zu stoppen. Weiter so !
Herzlichen Glückwunsch zu diesem absolut verdienten Triumpf.
Beste Grüße und weiterhin “ gut Licht “
Werner

Robert Müller schrieb am 14. April 2026

Hallo Peter
Vielen Dank für deine Erinnerungsmail immer wenn es Neues auf deiner Homepage gibt.
Bei einigen Portraits war ich auch vor Ort, habe die aber nicht so gut getroffen wie du.
Die spezielle Bildbearbeitung mit dem „Grünstich“ paßt meiner Meinung sehr gut zu den Motiven und ist ein wichtiges Gestaltungselement. Meine Glückwünsche zum Erfolg habe ich dir ja schon persönlich mitgeteilt, aber hier gerne noch einmal! Da kann ich mich den Worten von Werner nur anschließen. Weiter so…..etwas abgewandelt…..alle guter Dinge sind fünf .
Herzliche Grüße
Robert
P.S. Vorschlag für dein nächstes Projekt: Gipfeltreffen